Historische Aspekte

Die Herkunft des Namens Glaukom ist bis zum heutigen Tag strittig. Hippocrates hat den Ausdruck „Glaucosis“ für „meergrüne Augen“ verwendet, ohne dabei auf irgendeine Unterscheidung verschiedener Ursachen z.B. Linsentrübung (Katarakt) einzugehen. 1622 hat Richard Banister als erster in seinem Lehrbuch vom „harten Augapfel“ geschrieben. 1722 hat Michel Brisseau das erste Mal Glaukom von Linsenerkrankungen unterschieden (Grüner Star versus Grauer Star).

Es dauerte bis 1850, als Albrecht v. Graefe als Erster eine Unterscheidung von akutem, chronischen und Sekundärglaukom machte. Dies war nicht zuletzt erst durch die zeitgleiche Erfindung des Augenspeigels durch Hermann v. Helmholtz möglich. Bis dahin war eine Untersuchung des Augenhintergrundes beim Patienten nicht möglich. Die ersten Gesichtsfeldvermessungen erfolgten 1889 durch Jannik Bjerrum, die ersten quantitativen Gesichtsfeldgeräte wurden von Hans Goldmann 1954 eingeführt, ein Jahr später erfand er das nach ihm benannte Applanationstonometer, welches bis heute den „Goldstandard“ bei der Messung des Augeninnendrucks vorgibt. Die computerunterstützte Gesichtsfeldvermessung, wie sie heute Standard ist, wurde vor allem unter Schwedischer (Anders Heijl) und Schweizer Federführung (Franz Fankhauser) in den Siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts etabliert.

Die medikamentöse Behandlung begann zwar schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (1875: Physiostigmin durch Ludwig Laquer – er hat damit sein eigenes Glaukom behandelt; 1876: Adolf Weber: Pilocarpin), es dauerte aber bis 1977, als mit der Einführung des Betablocker Timolol, ein lokal relativ gut verträgliches drucksenkendes Medikament in Tropfenform, eine Substanz zur Verfügung stand, die auch noch heute relativ breite Anwendung findet. Die heutige erste Wahl zu Therapiebeginn sind die sogenannten Prostaglandinanaloga, diese stehen uns seit den späten neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts zur Verfügung.

Die erste erfolgreiche Glaukomoperation (Iridektomie) wurde ebenfalls von Albrecht v. Greafe (1857) besschrieben. Diese war/ist aber nur beim akutem Winkelblock erfolgreich). 1986 führte J. Cairns die bis heute angewendete Trabekulektomie (Operation der Wahl bei den meisten Glaukomformen bis zum heutigen Tag) ein. Drainageimplantate, die laufend verbessert werden, sind seit den siebziger Jahren in Verwendung, die Lasertrabekuloplastik, wie sie von James Wise und Stanton Witter 1979 erstmals publiziert wurde, ist bei entsprechender Indikation auch bis zum heutigen Tag in Verwendung (heute auch als selektive Lasertrabekuloplastik).